…versteckte Botschaft an meine Eltern

…versteckte Botschaft an meine Eltern

Von: Anonym

Mein Heim:
Irgendwo im Taunus

Zeitraum der Verschickung
1972-1976


Meine Geschichte:
Ich war insgesamt in 3 Kinderkuren. Toilettengehverbote kann ich aus zwei Aufenthalten bestätigen. Meines Wissens nach wurden alle Kinderkuren von der Krankenkasse finanziert. Der schlimmste Aufenthalt war im Taunus. Ich erinner mich sehr gut daran. Es gab beispielsweise einen Magendarmvirus der grassierte. Da kann niemand was dafür. Aber die Folge war, dass alle Kinder Haferschleim essen mussten. Eine widerliche Angelegenheit, die schon von sich aus zu Würgereizen führte. Einige Kinder haben dann auch ins Essen gewürgt. Der Teller wurde nicht ausgetauscht. Die Kinder mussten die Mischung aus Mageninhalt und Haferschleim weiterlesen. Sie wurden massiv unter Druck gesetzt.
Im gleichen Heim wurde auch die ausgehende Post kontrolliert. Das heißt, geschriebene und zugeklebte Briefe wurden geöffnet und zensiert. Ich selber habe einen von mir an meine Eltern geschriebenen Brief zurückerhalten. Was wurde mutiert? Ich hatte geschrieben, dass es am Freitag Hackbällchen zu essen gab. Mir wurde gesagt, dass es ja eine versteckte Botschaft an meine Eltern sein könnte, dass hier etwas nicht stimmt. Denn Freitags gibt es natürlich immer Fisch!